Dr. Martin Schleef
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Aussichtsreiches Werkzeug in der Krebstherapie
Krebserkrankungen zählen nach wie vor zu den häufigsten Todesursachen. Weltweit arbeiten deshalb Forscherinnen und Forscher an Mitteln zur Krebstherapie. In Bielefeld befasst sich Dr. Martin Schleef seit vielen Jahren mit innovativen DNA-Technologien, unter anderem zur Krebsbekämpfung. Sein Ansatz ist die Entwicklung von Werkzeugen zur Übertragung von genetischen Informationen in Zellen.
Die von Dr. Schleef und seinem Team entwickelte Innovation setzt auf Plasmid-DNA. Es gelang ihnen, das DNA-Molekül im Vergleich zu bisher verwendeter Plasmid-DNA in erheblichem Maß zu verkleinern, indem sie traditionell mitverwendete Elemente, die aber keinen Nutzen haben, sondern eher sogar von Nachteil sind, entfernen. Die so entstandenen „Minicircle“ gelangen viel besser in eine Zelle und anschließend in den Zellkern. Außerdem sind sie nicht mehr toxisch, so dass sie auch in besonders empfindliche Zellen übertragen werden können. Die inzwischen patentierten „Minicircle“ helfen sehr erfolgreich dabei, Stamm- oder T-Zellen in gewünschter Weise zu modifizieren. Vereinfacht gesagt, versetzen sie T-Zellen des Immunsystems in die Lage, im gesamten Körper der Patientin oder des Patienten nach Krebszellen zu suchen und diese zu zerstören, bevor sie zu einem Tumor heranwachsen können. Die mithilfe der „Minicircle“ hergestellten „CAR-T-Zellen“ gelten als eines der aussichtsreichsten Werkzeuge in der zielgerichteten Krebstherapie. Aktuell werden sie klinisch angewendet, unter anderem durch die Universität Würzburg als Kooperationspartner der von Dr. Schleef im Jahr 2000 gegründeten PlasmidFactory. Der innovative Ansatz findet breiten Zuspruch in der Fachwelt.
Die PlasmidFactory möchte die Produktion der „Minicircle“ deutlich intensivieren. Die ursprüngliche Produktionslinie wird deshalb zurzeit erweitert. Im Herbst 2025 soll die größere Anlage ihren Betrieb aufnehmen und die bisherige Produktion vervielfachen. Die „Minicircle“-Innovation soll dann übrigens auch dazu beitragen können, Impfstoffe zu optimieren.
„Unsere Innovation ermöglicht die Herstellung minimalistischer ringförmiger DNA-Moleküle – sogenannter ‚Minicircle’ – dies ermöglicht die Modifikation von Stamm- oder T-Zellen und löst bisherige Virus-basierte Verfahren ab, um zum Beispiel ‚CAR-T-Zellen’ als eines der aussichtsreichsten Werkzeuge in der zielgerichteten Krebstherapie anzuwenden.“