Prof. Dr. Dr. h.c. Holger Stark
innovation
Neuer Ansatz zur Behandlung von Grünem Star
Rund eine Million Menschen in Deutschland leben mit einem Glaukom (Grüner Star), dessen Hauptrisikoindikator ein erhöhter Augeninnendruck ist. Unentdeckt und unbehandelt kann die Erkrankung zur Erblindung führen, da der Sehnerv irreversibel geschädigt wird. Da die Häufigkeit der Erkrankung mit dem Alter steigt, ist aufgrund der zunehmenden Alterung der Gesellschaft von einem Anstieg der Fälle auszugehen. Damit steigt auch der Bedarf an verbesserten sowie neuen Wirkstoffen.
Mit seiner Innovation ist es Prof. Dr. Dr. h. c. Holger Stark gelungen, zwei Inhibitoren – also Stoffe, die eine unerwünschte Reaktion verlangsamen oder verhindern – in einem einzigen Molekül zu vereinen. Dieses Molekül hemmt sowohl Carboanhydrase-Isoenzyme als auch Histamin-H3-Rezeptoren und setzt damit zugleich an zwei möglichen Stellhebeln für die Regulierung des Augeninnendrucks an.
Während Medikamente zur Carboanhydrase-Hemmung bereits verfügbar sind, stellen Histamin-H3-Rezeptoren ein neues Ziel für eine Behandlung dieser Erkrankung dar. Hier gibt es bisher kein zugelassenes Medikament. Die Arbeiten von Professor Stark und seinem Team könnten eine neue Therapieoption zur Behandlung des Glaukoms eröffnen. Ein künftiges Medikament auf dieser Basis könnte am Auge äußerlich und in niedriger Dosierung angewendet werden. Zudem ist der Wirkstoff so konzipiert, dass Patientinnen und Patienten ihn weniger häufig anwenden müssten.
Das Vorhaben befindet sich in der präklinischen Phase, weitere Studien folgen. Damit aus dem Wirkstoff und den bisher gesammelten Ergebnissen ein Medikament entsteht, bedarf es nun Partnern aus der Industrie, die bereits Erfahrung in der Entwicklung und Erprobung von Augenarzneimitteln haben.
„Der Grüne Star (Glaukom) gehört zu den häufigsten Erblindungsursachen. Unsere Innovation – die Kombination innovativer Rezeptor-Elemente mit spezifischen Enzyminhibitoren – eröffnet eine neue Arzneistoffklasse mit deutlich verbesserten Therapieeffekten.“